Gedichte-Blog

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Dieses Blog soll ein Forum für alle die werden, die sonst keine Möglichkeit haben, ihre Gedichte zu veröffentlichen.
Hier beschränke ich mich ausschließlich auf die Annahme von Gedichten.
Ich behalte mir vor, die Gedichte inhaltlich zu prüfen. Eine stilistische Prüfung findet nicht statt. Jeder, der hier veröffentlichen will, versichert, dass er dazu berechtigt ist und willigt ein, dass sein Werk hier für Jedermann einsehbar ist. Die Rechte an den Gedichten verbleiben bei den Autoren.
Eine weitere Nutzung der Gedichte durch mich findet nur nach Absprache statt.
Ich hoffe, dass dieses Blog ausgiebig genutzt wird.

Lebenselixier

Hanna KimPosted by Hanna Kim Fri, December 30, 2011 21:53:55

Am Lebensabend wirst du fragen

Bist du am Leben? Hast du gelebt?

Ich bin am Leben, werd' ich dir sagen,

leb‘ weiter bis kein Herz mehr bebt


Ich sprach von Herzen, die ewig besteh‘n,

sagte mir immer, ich hätt‘ meins im Griff

und musst‘ mir doch letztendlich eingesteh‘n,

dass ich es noch nie vollends begriff.


Vergliche ich Herzen mit Hoffnung und Seel‘

So möge das Herz sie als festes Gefäß

Sammeln als milder Trunk parallel

Zur tickenden Uhr die neben ihr säß‘.


Sie zählt die Minuten, markiert die Stunden.

So kostbar auch jeder Tropfen noch sei

Nach jedem Schöpfen, nach allen Runden

Fühlt sich dein Leben erneut wieder frei.


(c) Hanna Kim (2011) * (Zitronenglas)

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Der Panzerglaswürfel

Hanna KimPosted by Hanna Kim Tue, August 09, 2011 13:22:05
Bodenlos schalldicht und doch transparent
Beobacht‘ ich hinter sechs Panzerglaswänden
Ausdruckslos schweigend und indifferent
Den tobenden Krieg seine Freiheit schänden.

Von Kämpfen verfärbt, verdreckt, verstaubt,
zeigen nur Lücken noch Szenen der Schlachten
und einzig die Hoffnung steht aufrecht und glaubt
ganz still einem Ende entgegen zu trachten.

Zunehmend finster wird es jetzt hier drin.
Bald dringt nichts mehr durch von all dem Getose.
Vollkommen gleichgültig geb‘ ich mich hin,
Verlier’ mich im Denken ins Grenzenlose.

Gefangen in schwankender Klaustrophobie
Zucke ich plötzlich erschrocken zusammen;
Auf einmal in mächtiger Euphorie
Frisst Regen den Dreck auf wie unter Flammen.

Und durch alle Fronten des Regens hindurch
werfen die Lichtstrahlen lebhafte Töne
von jenseits des Würfels zu mir hindurch
in Hoffnung, dass ich mich mit ihnen versöhne.

© Hanna Kim

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Nichtige Begleiter

Hanna KimPosted by Hanna Kim Sun, July 10, 2011 20:37:57
Wenn die Zeit wie Wasserbäche
Durch ein Flussbett fließen würde
Und auf ihrer Oberfläche
Alles Alte schwimmen würde

So würden wir seh’n wie schnell sie fließt
Wie sie gnadenlos alles mit sich reißt
Und je mehr du dich diesem Anblick entziehst
Wird dir gewahr, wohin sie hinweist.

Wo wird der Strom der Zeit wohl enden
Wenn Horizonte sich immer erweitern.
Doch wenn wir uns ihnen stets zuwenden
Wird der Ballast zu nichtigen Begleitern.

(C)opyright by Hanna Kim ( zitronenglas.wordpress.com )

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Abschied

Hanna KimPosted by Hanna Kim Fri, July 08, 2011 01:00:49
Schlaftrunken durchknete ich mein Gesicht
Während der Tag mich besonnen belacht
Ich nipp‘ an der Tasse und setz mich ins Licht
Und wart‘ bis die Sehnsucht in mir erwacht

Der Kreislauf des Denkens zeigt mir erneut
Wie schnell der Mond seine Runden dreht.
Bis die Asche erloschenen Feuers sich streut
Und aus altem Leid neuer Stolz entsteht

Bald kommt der Abschied von einem Geschenk
Das ich noch bis dahin behalten darf
Vergänglichkeit windet sich ungelenk
Um alte Chancen die ich einst verwarf.

Copyright by Hanna Kim ( Zitronenglas )

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Kapitelende

Hanna KimPosted by Hanna Kim Sat, June 25, 2011 01:07:24
Ein Name. Ein Satz. Und fließende Tränen.
Zu bestürzt um nur ein Wort zu erwähnen
Füllt der lähmende Schock ihres Schmerzens
das trockene Fass meines Herzens.

Sie kann nicht bleiben, muss weiter reisen
Der Mutter die letze Ehre erweisen
Wie undenkbar qualvoll das Leid sein wird
Wenn sich erst Schmerz in ihr Herz verirrt

Geschichten erfüllen und lehren uns leben
Und neue Kapitel werden freigegeben.
Ein Buch ist soeben zu Ende gegangen,
und nun wird es Zeit neu anzufangen.

© Hanna Kim ( Selbstgespräche )

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Medusa

Hanna KimPosted by Hanna Kim Mon, June 20, 2011 23:25:06
Inmitten versteinerten Sinnesreizen
Mit schlängelnder Mähne vor ihrem Gesicht
Versucht sie die Stimmung uns aufzuheizen
Die Stimmung vor ihrem letzten Gericht

Es fielen zum Opfer schon so viele Herzen
Und mit ihnen alles was in ihnen war
Sie spüren kein Leid mehr, auch keine Schmerzen
Sind einfach erstarrt und unerreichbar

Ich weiche ihr aus mit Ruh‘ und Geschick
Und seh‘ überall ihre Spiegelung
Medusa der Herzen, wende den Blick.
In mir pocht der Zauber noch feurig und jung.


© Hanna Kim ( Selbstgespräche )


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Der Traumexpress

Hanna KimPosted by Hanna Kim Fri, May 27, 2011 01:29:20
Der Güterzug kam unerwartet
Und lud mich ein mit einzusteigen.
Die Kessel geheizt, Motoren gestartet
Sah ich die rauchende Wolke aufsteigen.

Er zeigte mir eine andere Wahrheit,
Die – wie ich nun hoff – nie wahr werden darf.
Verwandelte Liebe in Grausamkeit,
Die nicht mal einer Logik bedarf.

Eine Fahrt durch die Hölle und wieder zurück
(Wobei das Zurück ein Zurückschleudern war)
Brachte mich jäh ins wahre Unglück,
das mit Blinzen allein nicht wegdenkbar war.

Es hat mich gereizt, das muss ich gestehen,
Die Reise ins Unbekannte zu wagen.
Doch fühl ich nun wie mir die Sinne durchdrehen
Und fremde Gewissen an mir nagen.

© Hanna Kim ( zitronglas.wordpress.com )



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Verlorener Sieg

Hanna KimPosted by Hanna Kim Fri, May 06, 2011 01:28:43

Nach all den harten Niederlagen
Forderte ich sie heraus.
richtete mich g‘radeaus,
spürte leis‘ das Unbehagen.

Ein stummer Kampf begann:
Wechsel zwischen Ignorieren
Und geheimen Resignieren,
bis einer schließlich doch gewann.

Es hieß, das letzte Lachen
erkläre den Gewinner.
Doch soweit ich mich erinner‘
War der Sieger zu belachen.

Sieg dem der ihn teilen kann
Die Freude ist nicht mein.
Wer kann schon Gewinner sein
Der noch nie gewann.


© Hanna Kim ( zitronglas.wordpress.com )


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