Gedichte-Blog

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Dieses Blog soll ein Forum für alle die werden, die sonst keine Möglichkeit haben, ihre Gedichte zu veröffentlichen.
Hier beschränke ich mich ausschließlich auf die Annahme von Gedichten.
Ich behalte mir vor, die Gedichte inhaltlich zu prüfen. Eine stilistische Prüfung findet nicht statt. Jeder, der hier veröffentlichen will, versichert, dass er dazu berechtigt ist und willigt ein, dass sein Werk hier für Jedermann einsehbar ist. Die Rechte an den Gedichten verbleiben bei den Autoren.
Eine weitere Nutzung der Gedichte durch mich findet nur nach Absprache statt.
Ich hoffe, dass dieses Blog ausgiebig genutzt wird.

Freundschaft

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Sat, April 24, 2010 20:32:41

Wer bist Du?

Ich kenne Dich schon lange Jahre,
als Kind saß ich auf Deinem Schoß.
Doch derzeit machst Du mir graue Haare,
ich frage mich, was treibt der bloß?

Wegen Dir streite ich laut mit Freunden,
und frage mich, ob sich das lohnt.
Ich kann und will Dich nicht verleumden,
doch frag ich mich, wer wirklich in Deiner Seele wohnt.

Du hast mir Hilfe oft gegeben,
auch Ärger hab ich viel gefühlt.
Doch wär' ich nicht, wo ich steh im Leben,
hättest Du nicht meine Not gespürt.

Du hast mich niemals aufgeben,
auch als ich stur und bockig war.
Du hast mir geschenkt ein neues Leben,
mit meiner Familie noch so manches Jahr!

Ich weiß, als Vater bist Du einfach toll,
denn Deine Kinder kenn ich lange.
Auch nehm' ich Deine Frau für voll,
die niemals hätt' gelebt mit einer Schlange.

Auch als Lehrer hatt' ich das Vergnügen,
und weiß daher um Deine Schwächen.
Ich müsste wirklich übelst lügen,
wenn ich sagen würd', das war zum Lächeln.

Von daher glaube ich, wenn man mir sagt,
dass Du kein guter Vorgesetzter bist,
dass unter Dir so mancher mal verzagt,
dass man unter Dir viel Ärger frisst.

Doch müssen sie deshalb gleich ätzen,
dass Du kein netter Mensch sein kannst?
Können sie nicht klüger schwätzen,
oder seh' ich da was nicht auf der Hand?

Bin mit Blindheit ich geschlagen,
weil ich Dich nun so lang schon kenne?
Ich wünscht, ich säh Dich dieser Tage,
um rauszukommen, aus dieser Klemme.

Bisher war meine Menschenkenntnis gut,
deshalb glaub ich, dass mehr dahinter steckt.
Ich ziehe vor Deiner zweiten Ehe meinen Hut,
die bei den Spießern hier aneckt.

Seit Monaten tuscheln sie und hetzen,
zerreißen sich das Maul vor Neid.
Wollen sie nun wieder Dich verletzen,
und zählt das mehr, als ihr echtes Leid?

© M. Gernhardt

Rheinland, 24.04.2010

Für einen Mann, den ich seit meiner Kindheit kenne und schätze. Niemand ist nur schlecht. Ich glaube unbesehen, dass er als Vorgesetzter schwierig ist, aber ihm in Bausch und Bogen jegliche Menschlichkeit abzusprechen, geht zu weit. Da glaube ich ernsthaft, dass für einige seine zweite, etwas ungewöhnliche, Eheschließung bei ihrer Beurteilung eine Rolle spielt.

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Gesellschaft

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Tue, February 09, 2010 18:40:55

Karneval

Karneval ist endlich da,
wie lang war doch das letzte Jahr.
Die fünfte Jahreszeit beginnt,
darauf freut sich jedes Kind.

Wir verkleiden uns so gern,
besuchen Züge, nah und fern.
Wir sammeln Bonbons und auch Schnaps.
Wer das nicht mag, hat einen Klaps.

Wir sind so lustig, ohne Pause,
nach fünf Bier noch nicht nach Hause.
Wir schunkeln fleißig ohne Gnade,
geknutscht wird eine jede Garde.

Wir knallen uns die Birne zu,
fahren wie 'ne blinde Kuh.
Ein bisschen Prügeln darf's auch sein,
sonst ist Karneval nicht fein.

Karneval ist wieder da,
es graut mir schon das ganze Jahr.
Sechs Einsatztage hab ich heuer,
das ist mir wirklich nicht geheuer.

Fremde küssen mich dann wild,
ohne zu fragen, ob ich das will.
Solche Küsse ekeln mich zwar an,
doch ist mir vor andern Dingen bang.

Eine Weste, die Messerstiche hemmt,
die ziehe ich mir unters Hemd.
Hoffentlich trifft mich keine Flasche,
denn mein Helm bleibt in der Tasche.

Karneval ist nämlich friedlich,
sagte mir mein Chef - wie niedlich.
Letztes Jahr hat's meinen Freund erwischt,
da fehlte dann ein Polizist…

© M. Gernhardt
Rheinland, 09.02.2010

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Gesellschaft

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Mon, February 01, 2010 20:33:24

Katastrophen

Für mich begann's mit saurem Regen,
dass ich musst bangen um mein Leben.
"Zuerst wird uns der Wald wegsterben,
wir Menschen dann im Tod verderben."

Als nächstes war Atomkrieg dran,
Mannomann, was war ich bang,
ich war damals furchtbar sicher,
dass wir hätten ausgekichert.

Es folgte flugs die Algenpest,
gab unsren Meeren dann den Rest.
Vogelgrippe – mal schnell durchgeflitzt,
Schweinegrippe – auch nur'n Witz.

Jetzt das Klima, mir wird kalt,
muss ich nun verkochen bald?
Das frag ich mich, und schaue raus,
auf bergeweise Schnee vorm Haus.

Wisst Ihr was, Ihr könnt mich mal,
mit Eurem Krisenjammertal.
Ich freu mich jetzt an meinem Leben,
könnt vor Angst alleine beben.

Manchmal glaub ich, dies Getöse
hat ein Ziel, ganz fies, ganz böse.
Ein Volk, das ständig tief in Panik hängt,
niemals eigenständig denkt.

© M. Gernhardt,
01.02.2010, Rheinland

Lasst mich einfach in Ruhe mit der nächsten Katastrophe. Ich reg mich dann auf, wenn sie da ist!

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Hilfe

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Sat, January 30, 2010 21:15:25

Hilfe

Helfen ist mein ganzes Leben,
ich tu es, wo ich kann.
Egal, ob irgendwo die Häuser beben,
oder in der Nähe was brennt an.

Und wenn wo Hilfe tut recht Not,
dann helfe ich, ohne zu fragen.
Helfen ist für mich Gebot,
da tu ich gar nicht lange zagen.

Und weil ich weiß, was gut für wen,
muss ich denjenigen nicht fragen.
Ich habe da schon meine Ideen,
wie sie ihr Ding zu machen haben.

Dann mische ich mich auch schon mal,
in eine Beziehung richtig rein.
Und wundre mich dann voller Qual,
dass man das findet gar nicht fein.

Heute gabs was auf die Pfoten,
weil ich mich wieder reingehängt,
warum sieht denn keiner, was geboten?
Und dass bei ihnen alles klemmt?

Freunde hab ich schon verloren,
doch haben denn nicht sie versagt?
Sie sollen leben, wie ich's erkoren,
stattdessen werd ich angeklagt?

Wie, ich kann nicht alles wissen?
Wie, ich soll kein Urteil fällen?
Wie, die wollen sich noch küssen?
Wie, ich soll nicht weiter bellen?

© M. Gernhardt,
30.01.2010, Rheinland

Gut gemeint ist nicht das Gleiche wie gut gemacht.

Wobei fraglich ist, ob diese Form der Hilfe wirklich gut gemeint ist…

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Gesellschaft

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Thu, January 28, 2010 11:03:29

Böse, böse Polizei

Wer löst Deine Party auf,
weil niemals Du an andre denkst?
Die böse, böse Polizei!
Wen provozierst Du bei Demos auch,
bis Du dann doch mal eine fängst?
Die böse, böse Polizei!

Wer schützt die Rechten allerorten,
wie Du pausenlos betonst?
Die böse, böse Polizei!
Wen bedenkst Du mit sehr bösen Worten,
erscheint er, wo Du wohnst?
Die böse, böse Polizei!

Wer hält Dich an, wenn Du zu schnell,
obwohl am Steuer Du der König bist?
Die böse, böse Polizei!
Wer rückt als Spaßbremse Dir aufs Fell,
weil die Rechte der andern Du vergisst?
Die böse, böse Polizei!

Wen rufst Du dann trotz allem an,
wenn Du einmal Hilfe brauchst?
Wer nimmt sich Deiner Sorgen an,
wenn Dir vor Angst der Schädel raucht?

Wer sucht Vermisste, tröstet Leute,
wer hilft geschlag'nen Frauen?
Wer schützt bei Demos Deine Meute,
und wird dafür von Dir gehauen?

Wer ist der Erste an der Unfallstelle,
muss retten, was zu retten ist?
Wer arbeitet, ob's dunkel oder helle?
und hört dafür fast nur noch Mist?

Mich hat sie bei Demos stets beschützt,
vor diesem ganzen Extremistenmist.
Schon oft bei mir als Hilfe eingetroffen,
hat sie nie nach mir geschossen.

Sie schützen doch nur die Gesetze
drum lass mich in Ruhe mit Deiner Hetze.
Ich sage weiter frank und frei,
ich liebe sie – die böse, böse Polizei!

© M. Gernhardt,
28.01.2010, Rheinland

Heute ist es mal wieder so weit. Ohne in Abrede stellen zu wollen, dass diese Institution fehlerhaft ist, hängt mir die unreflektierte Dauerkritik mal wieder zum Hals raus…

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Geschichte

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Wed, January 20, 2010 10:03:17

North and South

Ihr ward sehr lange Brüder,
zum Glück seid Ihr es wieder.
Doch da gab es diese Zeit,
als großer Hass sich machte breit.

Angeblich ging's um Menschenrechte,
sicher gab's bei diesen Rufern Echte.
Doch anstatt dem andern zuzuhören,
wollte man ihn bloß bekehren.

Von Machtgeilheit und Gier geschürt,
das Gehirn hat man Euch abgeschnürt.
Mit Hassparolen fing es an,
nur ein paar Jahre – Krieg war dran.

Man fragt sich, wie kann das passieren?
Brüder werden über Nacht zu Tieren.
Gestern noch gemeinsam Siege begossen,
heute gnadenlos aufeinander geschossen.

Man fragt sich, warum hat niemand bemerkt,
dass dies vor allem mancher Politiker Werk?
Da ließ man sich aufputschen willig
und endete als Kanonenfutter – billig.

Man fragt sich, wenn man reden hört die Leute,
ob so was nicht kann passieren noch heute.
Man fragt sich, ob das wirklich die Vergangenheit,
denn von "Nord-Süd" ist's nach "Ost-West" nicht weit.

© M. Gernhardt,
20.01.2010, Rheinland

Es gibt Parallelen.
Gewissenlose Politiker, die Unfrieden säen.
Gierige Geschäftemacher, die an diesem Unfrieden verdienen.
Jede Menge Vorurteile auf beiden Seiten…


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Seele

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Tue, January 19, 2010 17:58:40

Für mich da

"Wir helfen Dir und sind für Dich da!"
Wer krank ist, hört diese Worte gerne
und hofft dabei auch fest, sie seien wahr.
Fatal, dass Wahrheit oftmals liegt in weiter Ferne.

Manche tun sogar, was vorher groß verkündet.
Doch das ist eine klitzekleine Minderheit.
Die Mehrheit hinterm Horizont verschwindet.
Verbreite bloß nichts außer Heiterkeit!

Ich muss weiß Gott nicht immer erste sein,
doch schockiert es mich doch zu erleben,
wie gleichgültig man kann plötzlich "Freunden" sein,
sobald man keinen Spaß mehr kann vergeben.

Da kann man bitten, bis die Lippen blutig:
"Kannst Du das denn für mich tun?"
Ja, den Fehler machte ich ganz mutig.
Passiert ist nichts bis jetzt, und nun?

Da sonst sich niemand kümmern will,
geb ich mich für andere nicht mehr her!
Ich kümmer mich jetzt nur um mich – ganz still!
Sonst macht es nämlich keiner mehr!

© M. Gernhardt
19.10.2010, Rheinland

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Seele

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Tue, January 19, 2010 17:51:08

Für mich da

"Wir helfen Dir und sind für Dich da!"
Wer krank ist, hört diese Worte gerne
und hofft dabei auch fest, sie seien wahr.
Fatal, dass Wahrheit oftmals liegt in weiter Ferne.

Manche tun sogar, was vorher groß verkündet.
Doch das ist eine klitzekleine Minderheit.
Die Mehrheit hinterm Horizont verschwindet.
Verbreite bloß nichts außer Heiterkeit!

Ich muss weiß Gott nicht immer erste sein,
doch schockiert es mich doch zu erleben,
wie gleichgültig man kann plötzlich "Freunden" sein,
sobald man keinen Spaß mehr kann vergeben.

Da kann man bitten, bis die Lippen blutig:
"Kannst Du das denn für mich tun?"
Ja, den Fehler machte ich ganz mutig.
Passiert ist nichts bis jetzt, und nun?

Da sonst sich niemand kümmern will,
geb ich mich für andere nicht mehr her!
Ich kümmer mich jetzt nur um mich – ganz still!
Sonst macht es nämlich keiner mehr!

© M. Gernhardt
19.10.2010, Rheinland

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