Gedichte-Blog

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Freundschaft

M. GernhardtPosted by M. Gernhardt Mon, September 21, 2009 16:20:35

Eine alte Freundschaft

Unsre Freundschaft war sehr alt,
eben deshalb war sie mir zu kalt.
Schon im Sandkasten mit Dir gespielt,
Du hast auf mein Herz gezielt.

Wir haben so viel Quatsch gemacht,
wir haben miteinander laut gelacht,
wir haben uns sogar mal geküsst,
nie wieder – und beide nichts vermisst.

Bei Dir im Nachbarhaus ganz schnell,
da wurde der Pott durch Dich so hell,
C64 und so Schoten,
mit Dir war immer viel geboten.

Herrhausen war Dein großer Held,
für Dich sollt's sein das große Geld.
Das hast Du wirklich auch geschafft,
als Banker bist Du cool und tough.

Lange war'n wir aus den Augen,
doch eines Tages, kaum zu glauben,
fandest Du mich im Internet.
Mann, ich war ganz hin und weg.

Das fand ich wirklich wunderschön,
Dir schien's auch rundrum gut zu gehen.
Dein Freund scheint furchtbar nett zu sein,
wünsch Dir für's Leben Sonnenschein.

Du bist mir wirklich superwichtig,
ich fühle mich jedoch nicht richtig.
Du hängst mich auf im Vakuum,
ich fühle mich so furchtbar dumm.

Hab's wirklich tausendmal probiert,
sich mal zu sehn, zu zweit, zu viert.
Immer war was Bessres dran,
niemals kam ich an Dich ran.

Niemals machst Du den ersten Schritt,
das fühlt sich schlimm an wie ein Tritt.
Ich hab um Hilfe Dich gebeten,
die Hälfte hast Du mir gegeben.

Die andere Hälfte hab ich wohl verdorben,
mit meinen viel zu geraden Worten.
Mir scheint, als ob Du das nicht magst,
nicht, dass Du mir das dann mal sagst.

Mit mir kann man über alles streiten,
man kann mich zu neuer Ansicht leiten.
Doch Schweigen ist mir viel zu schmerzlich,
ich kann besser hart und herzlich.

Deshalb tut es mir zwar Leid,
doch bin ich am Ende hier und heut.
Deshalb mach ich heute Schluss,
das ist mir viel zu viel Verdruss.

Lieber wein ich jetzt mal gründlich,
anstatt nur wenig, dafür stündlich -
und das dann auch noch ohne Ende.
Ich nehm mein Herz Dir aus den Händen.

Ich werd' dich immer in mir haben,
die Seele mit Vergang'nem laben,
zu wahrer Freundschaft gehören zwei,
ich fühl mich bei Dir einerlei.

Sollt' ich Dir wahrhaftig wichtig sein,
was wär ich froh, was wär das fein,
dann melde dich, Du weißt schon wo,
ehrlich, ich wär wirklich froh.

Doch diese Oberflächlichkeit,
die bin ich satt, die bin ich Leid.
Ich wünsch Dir alles Glück der Welt,
egal, wie Deine Wahl nun fällt.

© M. Gernhardt
21.09.2009, Rheinland

für Michael H.

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