Gedichte-Blog

Gedichte-Blog

www.poetrycop.de

Dieses Blog soll ein Forum für alle die werden, die sonst keine Möglichkeit haben, ihre Gedichte zu veröffentlichen.
Hier beschränke ich mich ausschließlich auf die Annahme von Gedichten.
Ich behalte mir vor, die Gedichte inhaltlich zu prüfen. Eine stilistische Prüfung findet nicht statt. Jeder, der hier veröffentlichen will, versichert, dass er dazu berechtigt ist und willigt ein, dass sein Werk hier für Jedermann einsehbar ist. Die Rechte an den Gedichten verbleiben bei den Autoren.
Eine weitere Nutzung der Gedichte durch mich findet nur nach Absprache statt.
Ich hoffe, dass dieses Blog ausgiebig genutzt wird.

Der Kannenpflanzengott

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Tue, January 14, 2014 04:39:29

Der Kannenpflanzengott

Das neulich in unserer Zeit freigelassene Monster

hat keinen scharfe Zähne, um uns zu bedrohen oder bissen.

Sein warmer und mit süßen Schleimen gefüllter Mund auch nicht brüllt.

Das Monster ist nett, weich und so menschlich,

dass man sich es nicht beschwert und nicht verweigern kann.

Bunt wie Regenbogen! Hübsch wie Morgenstern!

Wir beobachteten es, als ob wir uns selbst beobachteten.

Das Monster ist so riesig, verformbar leicht und allgegenwärtig,

dass wir all unbewußt entlang seine Speiseröhre nach unten gleiten.

Unser Leben verirrt sich in seinen übereinandergekreuzten Nerven

und zerlegt nach und nach in einem unendlich gehungerten Magen.

Wir wurden zu irgendwelchen unerkennbar digitalen Libido,

die für immer und zwecklos in seiner Blutgefäße zirkuliert.

Ah! Entzückendes Monster! Der Kannenpflanzengott!

Die Verse, die ich nach deinem Bild dichtete

und auf deine lichtdurchlässige Zellmembran schrieb,

sind die Lobpreisungen für dich, aber auch Flüche für mich selbst.

  • Comments(0)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post196

Formosa Lilie

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Mon, October 28, 2013 03:17:48

Formosa Lilie

Gewachsen im Abhang von Küstengebirge,

begrüßt du jeden Tag den Sonnenaufgang.

Der Wind vom Pazifik ist nett,

aber oft auch ungestüm zu sein.

Du bist wie ein verweichlichtes Fräulein.

Ah! Weiße Formosa Lilie!

Wer dich einmal erblickte,

wird deine Erscheinung nie vergessen.

Wie entzückend und wie rein!

Mit dir wäre man betrunken ohne Wein.

Ah! Schöne Formosa Lilie!

Du lässt deinen Kopf machtlos hängen.

Warum siehst du so traurig aus?

Bist du besorgt um einen Ausrupfen

order auf einen hübschen Knabe zu erwarten?

Oh! Du Blüte in der leidenden Insel!

Auch wenn Sturm und Regen dich belagern,

behältst du den noblen Charakter bei.

Egal wie weit ich weg von dir war,

waren deine Schmerzen mir klar und wahr.

Du Blüte unter isolierter Bedrängnis!

In meinen Heimwehtraum schwanktest du

immer mit stillen Weinen.

So sehr sehne ich mich nach dir zurück

und übernehme deines Unglück.

  • Comments(1)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post194

Einen Prost auf mich selbst!

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Fri, February 01, 2013 18:08:48

Prost! Einen Prost auf mich selbst!

Zwei Trinkgläser stoßen sich

in der Luft zusammen.

Zur Gesundheit und Langlebigkeit!

Und dann ein Wehklagen klirrt.

Auf die Erde wie im Himmel, die Zeit,

die aber auf das Versteckspiel erpicht ist,

Brüllt wie Re und Anubis schwankend

in der fernen, heimlichen Örter.

Der Mann, der als ob aus Pharaos Alptraum

soeben herauskam,

steht vor mir mit Traurigkeit gegenüber.

  • Comments(0)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post188

Umgekehrtes Bild

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Tue, January 29, 2013 17:41:57



Der Park ist in der Morgenstill.

Allmählich wärmt die Wintersonne

Den gekühlten Luft auf.

Unter die Wassergras tauchen die Gebäude.

Seinerzeit fliegen die Lotosblume

Auf die Wipfel der Urweltmammutbäume.

All diese sind gut und schön.

Aber ich kann nicht meine eigene anschauen,

Außer wenn ich es riskieren will,

In den See hineinzufallen.

Oder kann ich lustlos den ganzen Tag warten,

Bis die Sonne hinter mir umzugehen.

  • Comments(4)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post187

In einem fremden Land

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Mon, January 28, 2013 13:21:13

Mit der Landkarte fahre ich

In der fremden Stadt

In einem fremden Land.

Die Richtung ist für mich keine Bedeutung.

Straße, Straße und noch eine

Andere charakterlose Straße.

Leute am Gehweg sind wie Gespenster.

Wo bin ich? Geroge Orwells Utopia!

Hier gibt es nicht Überraschungen und Mysterien.

Mensch mit keinem Ego,

Seele ist tief im Verschweigen.

Seele mit keinem Ausgang,

Leben ist sinnlos im Verbrauchen.

Es scheint, daß die Änderung bis a.D. 2084 noch

Keineswegs bekommen zu werden.

Mit der Landkarte wird man überall bloß

Die Mauer, die Kafka sogar auch mitbauen zu haben,

Wie im Irrgarten zusammenstoßen.

  • Comments(4)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post186

Die Winternacht

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Sat, January 26, 2013 18:49:48

Nicht mehr bescheint sich im Himmel,

Die Sonne, die verbrannt war,

Läßt mich in der Dunkel.

Wo bist du? Mein Schatten !

Ob du dich tief in meinem Körper verbirgst

Oder von der Welt verschwindest?

Diese Nacht ist wie sonstige Nächte.

Klapsen die Flügeln des Winters,

Daß sie mir die reine Einsamkeit bringen.

  • Comments(0)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post184

Eine Stimme

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Sat, January 26, 2013 18:22:04

Immer wieder suche ich nach

Eine Stimme, die im schweigenden Meer

Schon sich tief gelegt hat.

Ah, endloses Warten

An der verlassenen Küste.

  • Comments(1)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post183

Im geheimlichen Zimmer

Dumaz Masolili (Taiwan)Posted by Dumaz Masolili Sat, January 26, 2013 17:36:06

Im geheimlichen Zimmer gletet

Der Licht von Nachmittagssonne,

Daß Schatten sich klar machen

Und Augen sich erhellen.

Du schließt den Vorhang,

Daß ich dir ein Kuss geben kann.

  • Comments(2)//gedichteblog.poetry-cop.de/#post182
Next »